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25.09.2015, 22:06 Uhr

Flüchtlinge kommen im Hegau an

40 interessierte Bürger nutzten die Gelegenheit sich direkt zu informieren

Auf Einladung des CDU-Gemeindeverbands informierten Ludwig Eggenhofer (Leiter der Unteren Aufnahmebehörde im Landratsamt Konstanz) sowie der Landtagsabgeordnete Wolfgang Reuther über die aktuelle Flüchtlingssituation im Landkreis. Gründe ihrer Flucht seien vielfältig: Krieg und Bürgerkrieg, Zerstörung ihrer Existenzgrundlagen, Verfolgung, Folter, Vergewaltigung und drohende Todesstrafe. Zusammen mit 40 interessierten Bürgern lies sich auch Alt-Bürgermeister Franz Moser über die aktuellen Flüchlingszahlen informieren, die derzeit kontinuiertlich ansteigen: Die aktuelle Zahl der neu Angekommenen im Lankreis Konstanz im Jahr 2015 beträgt 1086 (Stand 30.Sept.). 2014 waren es 713, 2013 370 und 2012 180 Asylbewerber. Bundesweit wird 2015 mit bis zu 800.000 Flüchlingen gerechnet. Der Anteil für Baden-Württemberg beträgt 12,9% - diese werden auf Landkreise, Städte und Gemeinden gerecht verteilt und nach der Erstunterbringung in Sammelunterkünften in einer zweiten Phase einer Anschlussunterbringung zugewiesen. An geeigneten Behausungen mangelt es jedoch derzeitt überall.

Wolgang Reuther, Franz Moser, Ludwig Eggenhofer und Fabian Jutt trafen auf ein interessiertes Publlikum
Hilzingen \"Vis à Vis\" - Integration findet bereits nach Registrierung und Sorge für das Notwendigste mit Hilfe von Sozialarbeitern vor Ort statt. Auch Deutschkurse werden früh angeboten. Fabian Jutt, Hilzinger Gemeinderat und Lehrer an der Robert Gerwig-Schule in Singen, gab einen eindrücklichen Erfahrungsbericht mit Jugendlichen aus Flüchtlingsfamilien aus der ersten »Vorbereitungsklasse Arbeit und Beruf ohne Deutschkenntnisse«. Es handele sich z.T. um schwer traumatisierte Flüchtlinge. Insgesamt äußerte er sich positiv zur Haltung und Motivation der Jugendlichen, die soweit sie zur Prüfung (16 Schüler) antraten alle das Klassenziel erreicht hatten. Franz Moser und Wolfgang Reuther nahmen in der Diskussion detailliert Stellung zu vielen Aspekten und stellten sich kritischen Fragen. Beide zeigten sie Verständnis auch für die Ängste und Sorgen mancher Bürger - äußerten sich jedoch zuversichtlich in der Frage der Bewältigung der vor uns liegenden Aufgabe. Politikerschelte wollten sie nicht verteilen - auch wenn der vermehrte Flüchtlingsstrom für einige Experten wohl absehbar gewesen sei. Immerhin handele es sich um eine neue Dimension gesamtgesellschaftlicher Herausforderung. Das Nachbarland Schweiz mache vieles richtig: Unbeschrittenen die hervorragende Geschwindigkeit und Aktionsfähigkeit der dortigen Behörden, die innerhalb weniger Wochen über den Verbleib asylberechtigter Flüchtliche entscheiden. Auch wir müssen hier nachbessern. Langfristig schwer erträglich empfinden manche die Belegung einiger Kreiseigener Hallen mit Asylsuchenden - hier sind jetzt die Kommunen gefragt für Anschlussunterbringung zu sorgen. Auch Hilzingen wird mehr als 200 Asylsuchende aufnehmen. Die CDU-Fraktion hatte bereits in der ersten Jahreshälte Bürgermeister Metzler und die Verwaltung beauftragt akzeptable Lösungsvorschläge vorzulegen..

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