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08.12.2005

Käfige und Korridore

Bundestag und Berlin: Andreas Jung richtet sich ei

Raum Stockach (sw). Die erste Akte, die er in die Hand nahm, hatte gleich Druckfehler. "Über die Käferhaltung von Mastkaninchen" stand da in großen Lettern. War natürlich falsch. Denn es ging um die Käfighaltung. Auch so ein Punkt, um den sich Andreas Jung kümmern muss. Denn der frisch gewählte CDU-Bundestagsabgeordnete ist auch frisch gebackenes Mitglied des Petitionsausschusses.

Wochenblatt/Simone Weiß - Jeder Neuling im Parlament, erklärt der 30-Jährige, landet in diesem Ausschuss. Das aber macht dem gebürtigen Stockacher nichts aus: "Jeder Bürger hat das Recht, dass seine Probleme ernst genommen werden." Da spricht er schon wie ein alter Polithase, dabei richtet sich der Jurist gerade erst in seiner neuen Rolle ein. Ein Ein-Zimmer-Appartement mit Küche und Bad hat er im Berliner Bezirk "Prenzlauer Berg" bereits bezogen. Eigentlich wollte er ja die Wohnung von Vorgänger Hans-Peter Repnik übernehmen, doch sie wurde nicht mehr vermietet.
In Konstanz sucht Andreas Jung nach einer zweiten Bleibe. Nicht einfach. Dort sei die Wohnungssuche schwieriger als in Berlin, meint er. Sein Stab hat sich ebenfalls formiert. Zwei Mitarbeiter hat der CDU-Mann in Berlin, alt-bewährte Politkämpen, die zuvor in Diensten von Hans-Peter Repnik standen. Ein weiterer Angestellter wird ab Januar in seinem Büro in Radolfzell für die Wahlkreisarbeit zuständig sein.
Denn die möchte Andreas Jung auf keinen Fall vernachlässigen. Meist ist er für zwei Wochen in Berlin und dann während der sitzungsfreien Zeit für eine Woche am Bodensee. Bundeswehrmaschinen nimmt Andreas Jung nicht in Anspruch, er fliegt mit einem ganz normalen Linienflugzeug die Strecke Berlin - Zürich. Da passt es gut, dass er sich auch die Verbesserung der deutsch-schweizerischen Beziehungen auf die Fahnen geschrieben hat. Außerdem ist der Christdemokrat Mitglied im Umweltausschuss des Bundestages. Das sei ein Lieblingsthema von ihm, erklärt Andreas Jung, damit habe er sich schon während seiner Zeit im Bundesvorstand der Jungen Union (JU) beschäftigt. Hier möchte er sich vor allem in der Frage um das geplante atomare Endlager in Benken in der Schweiz einbringen: "Was wir brauchen sind Experten, die die Untersuchungen unter die Lupe nehmen, die die Schweizer erarbeiten." Regenerative Energien hält er für wichtig, nur bei der Windkraft müsse geprüft werden, ob nicht eine Übersubventionierung stattgefunden habe. Anlagen seien teilweise auch an Standorten aufgestellt worden, die nicht wirtschaftlich seien. Für die Landwirte hat Andreas Jung eine gute Nachricht parat. Künftig würden EU-Richtlinien nur noch 1 zu 1 umgesetzt werden. Die typisch deutsche Überreglementierung und das Übererfüllen der Anweisungen aus Brüssel werde es nicht mehr geben. Mit Blick auf den Fleischskandal verweist Andreas Jung auf den Landwirt um die Ecke: "Der einzige Schutz ist, dort zu kaufen, wo das Fleisch herkommt." Doch seinen genauen politischen Weg muss Andreas Jung erst noch finden. In den engen Gängen des Berliner Reichstags und den Korridoren zwischen den einzelnen Büros verirrt er sich nämlich leicht.

Den vollständigen Bericht können Sie im Wochenblatt - auch online - nachlesen.


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