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Presse
19.09.2012, 12:44 Uhr
CDU-Südbaden begrüßt die Schließung Fessenheims
Bezirksvorsitzender Andreas Jung: „Unser Einsatz hat sich gelohnt“

Das umstrittene Atomkraftwerk im französischen Fessenheim nahe der deutschen Grenze wird Ende 2016 endgültig abgeschaltet, einige Monate früher als bislang geplant. Das kündigte Frankreichs Staatschef François Hollande am Freitag bei der Eröffnung einer Konferenz für Energie und Umwelt in Paris an.

 

Die CDU-Südbaden begrüßt die frühere Schließung des ‚Pannenmeilers‘ ausdrücklich. „Allein im letzten halben Jahr hat es 23 kleinere Zwischenfälle gegeben“, sagt Bezirksvorsitzender Andreas Jung. „Wir freuen uns, dass sich unsere Bemühungen für eine Abschaltung des Meilers in Fessenheim am Ende ausgezahlt hat!“

 

Der CDU-Bundesparteitag hat am 15. November 2011 in Leipzig unter anderem aufgrund einer Initiative der CDU Südbaden sowie der CDU Freiburg den Beschluss (C 106) gefasst, die Abschaltung von Kernkraftwerken im Grenzgebiet zu fordern, "die in Alter und Beschaffenheit jenen Kraftwerken entsprechen, die in Deutschland aufgrund der neuen Risikobewertung abgeschaltet wurden".

 

Darüberhinaus hatte man sich direkt an die Bundesregierung gewandt. „Wir haben als CDU-Südbaden alle Möglichkeiten genutzt, um für eine schnelle Abschaltung von Fessenheim zu sorgen“, sagt Andreas Jung. „Die Gewinnung von Strom aus Kernenergie ist nicht zuletzt aufgrund der hohen Risikofaktoren nicht mehr zeitgemäß“, betont Andreas Jung. „Ich hoffe, dass unsere Nachbarländer nun auch weitere Schritte hin zur Stromgewinnung aus Erneuerbaren Energien gehen.“

 

Zum Hintergrund:

Das Kernkraftwerk Fessenheim ist gerade einmal gut einen Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Es wurde im Jahr 1978 fertiggestellt, ist also knapp 34 Jahre alt und damit das älteste französische Kernkraftwerk. In Deutschland wurden im vergangenen Jahr deutlich jüngere Kraftwerke abgeschaltet. Zudem gibt es erhebliche Zweifel an der Sicherheit des Kernkraftwerks: Das Kernkraftwerk liegt unmittelbar neben einem Rheinseitenkanal – acht Meter unterhalb dessen Wasserspiegels. In einem von der lokalen Sicherheitskommission Fessenheim CLIS (Commission Locale d’Information et de Surveillance) in Auftrag gegebenen und der Öffentlichkeit im Juni 2011 vorgestellten Gutachten wurde untersucht, welche Konsequenzen es hätte, wenn der Damm dieses Kanals im Falle eines Erdbebens undicht werden oder bersten würde. Dieser Frage kommt insbesondere Bedeutung zu, da das Kernkraftwerk in einem seismisch aktiven Gebiet liegt. Die Reaktoren liegen am Rand einer in Deutschland mit der höchsten Stufe drei klassifizierten Erdbebengefährdungszone. Das Gutachten kommt zu dem Ergebnis, dass die zu erwartende Wassermenge höher wäre als von der Betreiberin EDF bislang angenommen. Dies hätte zur Folge, dass der nukleare Bereich des Kernkraftwerks überschwemmt würde.